Andachten

Andacht

Andacht 14.09.2020

14. September 2020 | Hartwig Lüpke

Andacht 14.09.2020

Bildnachweis: Macavity / photocase.de

Habt einander herzlich lieb.

Ich erzähle eine Geschichte, von der ich nicht weiß, ob sie sich so zugetragen hat oder nur ausgedacht ist. Eine tiefe Einsicht enthält sie in jedem Fall.
Ein Sohn kommt mit einer etwas seltsamen Frage zu seinem Vater: „Papa, wie viel Geld verdienst du eigentlich in der Stunde?“ Der Vater reagiert ungehalten: „Warum willst du das wissen? Das hat dich überhaupt nicht zu interessieren!“ Aber der Junge bleibt hartnäckig und wiederholt seine Frage. Endlich rückt der Vater mit einer Antwort heraus: „Also, ich verdiene 50 Euro pro Stunde.“ Darauf meint der Sohn: „Kannst du mir vielleicht 25 Euro leihen?“ „Ach, deshalb fragst du. Aber so nicht, mein Freund. Ab in dein Zimmer.“ Nach einiger Zeit beruhigt sich der Vater und er fragt sich: Vielleicht braucht er ja wirklich dringend etwas, so selten, wie er nach Geld fragt. Er öffnet die Tür des Kinderzimmers. „Ich glaube, ich war ein bisschen zu grob zu dir. Es tut mir leid. Ich gebe dir die 25 Euro.“ Ein Lächeln macht sich auf dem Gesicht des Jungen breit. „Danke, Papa!“ Dann holt er unter seinem Kopfkissen ein paar Euroscheine hervor und zählt sie. Der Vater fragt irritiert: „Warum fragst du nach Geld, wenn du schon welches hast?“ „Ich hatte noch nicht genug, aber jetzt reicht es. Jetzt habe ich 50 Euro. Darf ich dafür eine Stunde von deiner Zeit kaufen? Ich möchte so gern, dass wir einmal Zeit füreinander haben.“ Der Vater ist erschüttert und zugleich gerührt und überwältigt. Mit einer solchen Antwort hatte er nicht gerechnet. Er schließt seinen Sohn in die Arme und bittet ihn um Entschuldigung.
Ja, Liebe will Zeit. Liebe braucht Zeit – füreinander, miteinander. Zeit kann eines der wertvollsten Liebesgeschenke sein.
Unser heutiger Bibeltext wurde von Ludwig Albrecht in eine wunderschöne Form gebracht: „Habt einander herzlich lieb.“ Petrus sprach von der ausdauernden Liebe, von der Liebe, die man pflegen muss. Ein Liebesbekenntnis wird fragwürdig, hohl und vielleicht sogar verletzend, wenn sich nur die Lippen bewegen, nicht aber Herz und Hand.
Auch bei der Liebe Gottes zu uns scheint der Zeitfaktor eine wichtige Rolle zu spielen: „Ich bin bei euch alle Tage“, verspricht Jesus in Matthäus 28,20. Das heißt doch: Er hat Zeit für uns. Und wir? Man kann tatsächlich erleben, dass Liebe Zeitpläne korrigiert.

Zurück

UNSER GLAUBE

Die Glaubensüberzeugungen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten sind dazu angelegt, das ganze Leben zu durchdringen. Die heiligen Schriften der Bibel zeichnen ein überzeugendes Porträt von Gott.
Jeder ist eingeladen, den EINEN zu entdecken, zu erleben und kennen zu lernen, der nichts anderes, als uns heilen will.

Mehr herausfinden