Andachten

Andacht

Andacht 30.05.2020

30. Mai 2020 | Harald Weigt

Andacht 30.05.2020

Bildnachweis: Monika Breiholz

„Wo habt ihr ihn hingelegt?“, fragte er. Sie antworteten: „Herr, komm mit und sieh.“ Da weinte Jesus. Die Leute, die in seiner Nähe standen, sagten: „Seht, wie sehr er ihn geliebt hat.“

Jesus weinte am Grab seines Freundes Lazarus. Aber warum? Er war doch im Begriff, ihn aufzuerwecken. In wenigen Minuten würden die Trauernden die Vollmacht des Messias erleben und Gott preisen. Und doch war Jesus traurig. Er sah die hilflose Ergebenheit der trauernden Menschen in ihr Todesschicksal. Ihre Glaubensschwachheit, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung bedrückten ihn. Er konnte hier zwar seine Macht über den Tod zeigen und einige wenige Menschen glücklich machen, aber seine welterlösende Vollmacht über den Todesfluch der Sünde würde er erst bei seiner Wiederkunft am Ende der Tage offenbaren. Jetzt war seine Zeit noch nicht gekommen.
Jesus brachte immer wieder seine Anteilnahme zum Ausdruck: Er freute sich über die Kinder und über Menschen mit einem starken Glauben, er konnte aber auch mitleiden, wenn Menschen krank waren oder mit dem Tod konfrontiert wurden. Jesus offenbarte uns damit das mitfühlende Wesen Gottes. In Freud und Leid steht der, den wir als Auferstandenen anbeten, an unserer Seite. In vielen Situationen zeigt er uns aber bis heute, dass er unsere Not sieht und kennt. Er versteht auch unser ungeduldiges Fragen: Wie lange noch?
Die Erhörung vieler Gebete muss er aber (mitleidend und traurig) zurückstellen, weil er eine endgültige Erlösung für alle Menschen und für ewig will. Gott wartet noch ab und muss dabei zusehen, wie in sinnlosen Kriegen und bei Verfolgungen durch satanische Brutalität unzählige unschuldige Menschen in furchtbarstes Leid gestürzt werden. Aber seine Zeit wird kommen, und er wird uns für alle Zeit „erlösen von dem Bösen“.
Diese Erkenntnis von dem selbst auferlegten Abwarten des Allmächtigen veränderte meine Beziehung zu Gott positiv. Ich bete viel bewusster, „unser Vater im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe“.
Gott ist für mich das Urbild eines Vaters (Eph 3,14–17), der mein Leid mitträgt und sich sogar selbst opferte, um seine Kinder für immer und ewig glücklich zu machen.

Zurück

UNSER GLAUBE

Die Glaubensüberzeugungen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten sind dazu angelegt, das ganze Leben zu durchdringen. Die heiligen Schriften der Bibel zeichnen ein überzeugendes Porträt von Gott.
Jeder ist eingeladen, den EINEN zu entdecken, zu erleben und kennen zu lernen, der nichts anderes, als uns heilen will.

Mehr herausfinden