Andachten

Andacht

Andacht 05.12.2018

05. Dezember 2018 | Günther Hampel

Andacht 05.12.2018

Bildnachweis: mathias the dread / photocase.de

Aber Abraham blieb stehen vor dem HERRN und trat zu ihm und sprach: Willst du denn den Gerechten mit dem Gottlosen umbringen?

Was für eine Situation! Da versucht ein Mensch mit dem richtenden Gott zu verhandeln, zu feilschen - und der geht tatsächlich darauf ein. Doch in dieser Geschichte steckt mehr als nur der „Handel“ eines Menschen mit Gott. In alter Zeit war man der Über-zeugung, dass nicht in erster Linie der Einzelne vor Gott verantwortlich ist, sondern die Familie, die Gesellschaft, das Volk und der Staat. Das waren die Bereiche, in denen der Mensch seinen Standort hatte. Das Schicksal aller war das Schicksal des Einzelnen. Einem gerechten Volk anzugehören brachte Segen, in einer ungerechten Stadt zu wohnen Verderben. Nicht der Einzelne zählte, sondern das Ganze.
In Abrahams Debatte mit Gott ist zum ersten Mal vom Wert des Einzelnen die Rede. Damals fing man an zu begreifen, dass Gottes Gerechtigkeit jeden persönlich zur Verantwortung ziehen würde. Nicht die anonyme Gesellschaft, sondern wir sind es, auf die Gott sieht und über die er urteilt.
Abraham stritt nicht ab, dass Sodom von Grund auf verdorben war. Warum dann aber dem Schicksal nicht seinen Lauf lassen? Hätte er nicht denken können: „Hier die Guten, dort die Bösen, was soll’s“?
Solches Denken prägt bis heute unser Zusammenleben: pauschale Urteile, verhärtete Fronten - und das nicht nur dort, wo Politik gemacht wird. Niemand sollte meinen, in der Weltpolitik herrsche ein anderer Geist als in unserem täglichen Leben! Natürlich ist es einfacher, sich an feststehenden Urteilen zu orientieren. Man weiß, wo man hingehört, um wen man sich zu kümmern hat und wer einen nichts angeht. Aber Christen sollten so nicht denken.
Haben wir unsere Verantwortung auf gewisse Bereiche beschränkt? Wo es erforderlich ist, sollten Christen Gräben überbrücken und anstelle von Entfremdung Gemeinschaft fördern. Denn besser noch als Abraham wissen sie, dass ihr Leben allein von Gottes Geduld, Liebe und Gnade getragen wird.

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