Andachten

Andacht

Andacht 11.10.2018

11. Oktober 2018 | Stephan Hartmann

Beine baumeln / Sprungbrett

Foto: manun | photocase.de

Darum nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob. Römer 15,7

Es war ein grauer Oktobertag. Hinter mir in der Straßenbahn hatten sich sechs junge Männer auf den Sitzen breitgemacht. Einer erzählte: „Letzten Dienstag stand der Ralle an der Straßenbahnhaltestelle. Da kam der Steffen vorbei. Da hat der Steffen dem Ralle - zack - voll in den Magen gekloppt. Da ist der einfach so umgeklappt.“ Der Erzähler lachte. Dann berichteten die sechs noch ähnliche Geschichten aus ihrem Leben. Als ich da so saß, fragte ich mich, was ich ihrer Welt voller Gewalt als Christ entgegenzusetzen habe.
Paulus beschrieb im Römerbrief die Welt mit vielen hässlichen Seiten. Er malte aus, was unter den Heiden - also der damaligen Mehrheitsgesellschaft - alles falsch lief. Er hielt aber auch denen, die Gottes Gesetz sehr gut kannten, vor, immer wieder gegen das Gesetz zu verstoßen. Eigentlich ein Zustand, der zum Heulen ist. Paulus schrieb deshalb auch: „Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick mit uns seufzt und sich ängstet.“ (Röm 8,22)
Paulus ließ sich allerdings von den Umständen in der Welt und der eigenen Unzulänglichkeit nicht entmutigen. Denn er wusste, dass Christus für alle Menschen gestorben ist (Röm 3,22-24), und er wusste auch, dass Gott seine Nachfolger vor jeder Anschuldigung vor Gericht verteidigt (Röm 8,33).
Diesen Einsatz Gottes für uns Menschen stellte Paulus als Vorbild für unseren Lebenswandel hin. Nicht weil wir Gott etwas beweisen müssen oder weil ohne uns die Welt verloren ist, sollen wir uns nett und gut verhalten. Nein, geliebt zu werden ist Motivation genug. Gott macht da den Anfang. Er liebt uns. Wenn wir das verstanden haben, können wir etwas von der Liebe an andere weitergeben - indem wir anderen in Liebe begegnen und Menschen verzeihen, die Fehler machen. Und indem wir Probleme nicht mit Gewalt lösen.
An einem Park stieg ich aus der Straßenbahn. Plötzlich überstrahlte etwas das ganze Grau des Tages. Mein Blick fiel auf eine Wiese, auf der etwa 20 Herbstzeitlose standen, deren Blüten pink und lila leuchteten. Beim Betrachten musste ich lächeln, so unerwartet farbenfroh waren diese Blumen. Da fiel mir ein, was die jungen Männer brauchen können: Menschen, die so vor Gottes Herrlichkeit leuchten, sodass jeder, der das sieht, auch etwas davon haben möchte.

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